Der jährliche
Shot – mehr
Gewohnheit als
Wissenschaft

Mit freundlicher
Genehmigung von
der Autorin
Monika Peichl.
Warum
Katzen in den
USA nicht mehr
jedes Jahr
geimpft werden
und warum unsere
Katzen auch
nicht jährlich
geimpft werden
müssen.
Von Monika
Peichl
Jahrzehntelang
ist es uns
Tierhalterinnen
und Tierhaltern
eingebimst
worden: Katzen
müssen jährlich
geimpft werden.
Doch dafür gibt
es überhaupt
keine
wissenschaftliche
Rechtfertigung.
In den USA haben
verantwortungsbewußte
Hochschul-Tierärzte
diese unseriöse
Impfpraxis schon
vor über zehn
Jahren
kritisiert, und
zwar in einem
weitverbreiteten
Handbuch für den
praktischen
Tierarzt („Kirk’s
Current
Veterinary
Therapy“). Aber
auch dort
dauerte es bis
Ende 1997, bis
die zuständigen
Veterinärverbände
dem Unfug der
jährlichen
Impferei ein
Ende bereiteten
und neue
Impfrichtlinien
einführten.
Die meisten
deutschen
Tierärzte haben
inzwischen davon
gehört, viele
ignorieren aber
die
wohlfundierten
Aussagen der
US-Forscher nach
Kräften.
Veterinäre, die
weniger oft
impfen, bilden
hierzulande eine
Minderheit, sie
werden von
Kollegen
angefeindet und
sogar bei der
Tierärztekammer
angeschwärzt.
Man hat Angst,
Einkünfte zu
verlieren:
Impfungen
bringen 20 bis
40 Prozent des
Umsatzes in der
durchschnittlichen
Kleintierpraxis.
Solange sich
die Mehrheit der
Tierärzte gegen
die
wissenschaftlichen
Fakten sträubt,
müssen wir
Tierhalter uns
selbst um einen
vernünftigen
Impfplan für
unsere Katzen
kümmern. Die
Regel sollte,
genau wie bei
Impfungen an
Menschen,
lauten: So viel
wie nötig, so
wenig wie
möglich.
Wogegen werden
Katzen geimpft?
Viele Katzen
werden jährlich
gegen
Katzenschnupfen
(Herpes- und
Calicivirus) und
Katzenseuche (=
Panleukopenie;
felines
Parvovirus)
geimpft,
Freigänger oft
zusätzlich noch
gegen das feline
Leukämievirus (FeLV,
meist „Leukose“
genannt, was
aber falsch ist
– Leukose ist
eine andere
Krankheit) und
gegen Tollwut.
Manche
Tierhalter, vor
allem Züchter,
lassen außerdem
gegen Chlamydien
(einen Erreger,
der vor allem
die Augen
angreifen kann)
und gegen die
Feline
Infektiöse
Peritonitis
(FIP) impfen.
Viele
Wohnungskatzen
werden jährlich
mindestens
dreifach
geimpft,
Freigänger
häufig fünffach
und Zuchtkatzen
fünf- bis
sechsfach.
Wieso wird
überhaupt
jährlich
geimpft?
Die
herrschenden
Impfpläne sind
das Resultat von
Geschäftemacherei
sowie Ignoranz
und
Desinteresse.
Angefangen hat
alles mit der
Tollwutimpfung.
Früher wurden
vor allem Hunde
mit einer
Lebendvakzine
gegen Tollwut
geimpft. Sie
erwies sich als
zu gefährlich,
weil das
Impfvirus wieder
aktiv werden und
die Krankheit im
Impfling
hervorrufen
kann. Als die
ersten
inaktivierten
oder Totvakzinen
entwickelt
wurden, wurde
festgestellt,
daß auch sie
mehrere Jahre
Schutz bewirken.
Trotzdem ist in
der
Tollwutverordnung
festgeschrieben,
daß Hunde und
Katzen mit
Freilauf in
tollwutgefährdeten
Bezirken eine
jährliche
Auffrischung
bekommen müssen.
Dem Gesetzgeber
ging es
begreiflicherweise
darum, die
Menschen so gut
wie möglich vor
dieser Krankheit
zu schützen.
Daher wurde das
sehr enge
Impfintervall
festgelegt.
(Mehr zur
Tollwut weiter
unten.)
Die
Tollwutimpfung
gilt als
Taktgeber für
die anderen
Impfungen, die
im Laufe der
Zeit entwickelt
und an den Markt
gebracht wurden.
Der erste
Impfstoff
speziell für
Katzen war der
gegen die
Katzenseuche.
Interessanterweise
ging man in der
50er Jahren noch
ganz
selbstverständlich
davon aus, daß
die einmalige
Gabe des damals
verfügbaren
Impfstoffs die
Katze für den
Rest ihres
Lebens schützt.
Das kann man in
alten
Lehrbüchern sehr
schön nachlesen.
Dieses Wissen
scheint der
Tiermedizin
seither abhanden
gekommen zu
sein. Denn als
später weitere
Impfstoffe
entwickelt
wurden, wurden
sie einfach mit
der Vorschrift
der jährlichen
Auffrischung auf
den Markt
gebracht.
Wer bestimmt,
was im
Beipackzettel
steht?
Im
Beipackzettel,
in der
Gebrauchsinformation
zu den
Impfstoffen,
steht immer:
„Jährliche
Auffrischung der
Impfung wird
empfohlen“. Wer
entscheidet
eigentlich, was
im Beipackzettel
zum
Revakzinierungsintervall
steht? Antwort:
der
Impfstoffhersteller
selbst. Die
Zulassungsbehörde
für Tiervakzinen,
das
Paul-Ehrlich-Institut,
schreibt dem
Hersteller
diesbezüglich
gar nichts vor.
Und die
Zulassungs- und
Testvorschriften
für die
einzelnen
Vakzinen (die
„Monographien“
im „Europäischen
Arzneibuch“)
machen nicht die
geringsten
Vorgaben zur
Prüfung der
Dauer des
Immunschutzes.
Verlangt werden
nur
Untersuchungen
zur Wirksamkeit
und
Unschädlichkeit
eines
Impfstoffs,
nicht zur
Schutzdauer.
Diese Lücke
wird von der
Industrie gern
und eifrig
genutzt – und
viele Tierärzte
haben natürlich
auch keine
Einwände, denn
die Impfungen
sichern ihnen
den regelmäßigen
Zustrom der
Patienten. Es
gibt in
Deutschland ein
paar Produkte
für Hunde und
Katzen, bei
denen eine
zweijährliche
Auffrischung
„empfohlen“
wird. Aber auch
dieses Intervall
ist willkürlich
festgelegt und
nicht
immunologisch
begründet.
Wie ist das
eigentlich bei
Impfungen am
Menschen?
Bei
Humanvakzinen
wird die Dauer
des
Immunschutzes
sehr wohl
geprüft, und
zwar durch
Antikörpermessungen
an Tausenden
Impflingen. Aber
Antikörper sind
nicht alles.
Grundsätzlich
geht man davon
aus, daß
Impfstoffe gegen
Viren und
Bakterien ein
lang anhaltendes
„Immungedächtnis“
erzeugen. Nicht
bei allen
Impfstoffen
halten sich die
Antikörper über
längere Zeit,
doch das heißt
nicht, daß der
Schutz
verschwindet. Es
gibt außer der „humoralen“
Immunität mit
den Antikörpern
auch noch die
„zelluläre“
Immunität.
Abwehrzellen,
die einmal mit
einem Erreger
oder
Impf-Antigen zu
tun hatten,
bleiben viele
Jahre bis
lebenslang
erhalten und
werden schnell
aktiv, wenn der
Erreger
auftritt. Sie
setzen andere
Abwehrzellen in
Aktion, so daß
eine ganze
Kaskade von
Immunreaktionen
abläuft.
Das ist bei
Kleinsäugern
kein bißchen
anders. Auch
Katzen, Hunde
usw. verfügen
über
Gedächtnisimmunzellen
und zelluläre
Immunität.
Menschen werden
als Kinder gegen
eine Reihe von
Krankheitserregern
geimpft. Die
Impfungen werden
meist ein-,
zwei- oder
dreimal
wiederholt.
Werden
Totvakzinen
verwendet,
müssen sie
zweimal gegeben
werden, damit
eine volle
Immunreaktion
erzielt wird.
Bei
Lebendvakzinen
wäre eine
Wiederholung an
sich nicht
nötig, sie wird
aber gemacht, um
die paar Prozent
Impfversager zu
erwischen, also
Kinder, bei
denen die erste
oder zweite
Impfung nicht
angeschlagen
hat. Beispiel:
die
Masern-Mumps-Röteln-Impfung.
Im Jugendalter
ist beim
Menschen aber
dann Schluß mit
Routineimpfungen.
Erwachsene
werden nur dann
nachgeimpft,
wenn ein
besonderes
Ansteckungsrisiko
anzunehmen ist
(zum Beispiel
auf Reisen oder
durch den Beruf:
Hepatitis B,
Polio) oder wenn
die Impfung
keinen
lebenslangen
Schutz bietet
(alle zehn Jahre
Tetanus und
Diphtherie). Man
spricht hier von
„Indikationsimpfungen“:
Aufgefrischt
wird nur bei
Bedarf und nur
in langjährigen
Abständen – und
nicht einfach
so, weil der
Doktor noch mal
was verdienen
will.
Das ist bei
unseren
Haustieren
leider anders.
Sie werden
nachgeimpft,
ohne daß es
dafür einen
medizinischen
Grund gäbe.
Geben jährliche
Wiederholungen
nicht doch
besseren Schutz?
Nein, nicht
einmal das ist
der Fall. In
Untersuchungen
wurde gezeigt:
Die
Auffrischungen
bringen keinen
zusätzlichen
Schutz. Die
Antikörpertiter
steigen gar
nicht
signifikant an,
wenn nachgeimpft
wird – die
vorhandenen
Antikörper
stürzen sich auf
die Antigene im
Impfstoff und
machen sie
unschädlich,
neue Antikörper
werden kaum
gebildet. Es
bleibt praktisch
alles beim
alten.
Schaden
jährliche
Auffrischimpfungen?
Das ist der
kritische Punkt:
Die dauernde
Impferei ist
nicht nur
medizinisch
unnötig, sie
kann auch
schaden. Bei uns
streiten das
allerdings viele
Tierärzte
einfach ab.
Tödlicher Krebs
durch Impfungen
Katzen können
durch Impfungen
an Krebs
erkranken, und
zwar am
vakzine-assoziierten
Fibrosarkom,
auch Impfsarkom
genannt. Das ist
eine bösartige
Geschwulst, die
ein paar Wochen
oder Monate nach
einer Impfung an
der
Injektionsstelle
– meist zwischen
den
Schulterblättern
oder an der
seitlichen
Brustwand – als
Knubbel (Granulom)
unter dem Fell
auftritt und
sehr breit
wuchern kann. In
der
US-Veterinärmedizin
wird der
Zusammenhang von
Impfung und
Sarkomentstehung
bei Katzen nicht
mehr ernsthaft
bezweifelt. In
Deutschland
neigt man dazu,
das Thema
herunterzuspielen.
Doch kürzlich
bezifferte der
Kleintieronkologe
Dr. Martin
Kessler auf
einem
Tierärztekongreß
in Berlin die
Risikowahrscheinlichkeit
hierzulande mit
1 zu 1000. Die
meisten
Sarkomkatzen
sind zum
Zeitpunkt der
Erkrankung
zwischen sechs
und elf Jahre
alt, haben somit
schon viele
Shots erhalten.
Es trifft
allerdings auch
jüngere Katzen.
Behandelt
werden kann das
Impfsarkom
bisher nur durch
radikale
Operation weit
ins gesunde
Gewebe hinein.
Nach der
Operation treten
fast immer
Rezidive auf,
also neues
Tumorwachstum.
Die Geschwulst
führt in den
allermeisten
Fällen zum Tode.
Wie kann man
das Impfsarkom
verhüten?
Die beste
Vorsorge ist,
die Katze nicht
häufiger als
nötig impfen zu
lassen. Wichtig
ist, daß die
Kätzchen geimpft
werden, denn sie
sind am
empfänglichsten
für
Infektionskrankheiten.
Doch
ausgewachsene
Tiere sind von
Infektionen weit
weniger bedroht,
als man uns
weismachen will.
Neben den
verlängerten
Impfintervallen,
wie sie in den
USA üblich
geworden sind,
lassen sich
weitere
Vorsichtsmaßnahmen
treffen. Die
Vaccine-Associated
Feline Sarcoma
Task Force, die
Impfsarkom-Arbeitsgruppe
der
US-Veterinäre,
hat dazu
Richtlinien
erarbeitet.
Auf
Mischspritzen
und
Mehrfach-Vakzinen
soll weitgehend
verzichtet
werden. Das
heißt, es sollen
nicht alle
Impfungen mit
einer einzigen
Spritze und an
einer einzigen
Stelle gegeben
werden, auch
wenn es für
Tierarzt und
Patient so am
bequemsten ist
und am
schnellsten
geht. Je mehr
Vakzinen auf
einmal, desto
höher das
Sarkomrisiko.
Die Impfung
gegen Seuche und
Schnupfen soll
an der
seitlichen
Brustwand
verabreicht
werden, die
Impfung gegen
Tollwut am
rechten
Hinterbein (rabies
= r = rechts)
und die Impfung
gegen das feline
Leukämievirus (FeLV)
am linken
Hinterbein (LV =
l = links). Ein
Bein kann zur
Not amputiert
werden, um dem
Tumorwachstum
Einhalt zu
gebieten. Katzen
können auf drei
Beinen prima
leben.
Zwischen den
Schultern sollte
überhaupt nicht
mehr geimpft
werden, da man
einen Tumor dort
nur sehr
schlecht
operieren kann.
Bei uns wird
noch häufig
zwischen den
Schultern
geimpft. Fallen
Sie dem Arzt in
den Arm, wenn er
die Spritze dort
ansetzt!
Können Sarkome
auch andere
Ursachen haben?
Nicht jedes
Sarkom entsteht
durch Impfungen,
aber doch sehr
viele. Manche
dieser Tumore
bilden sich an
Stellen, an
denen ganz
andere
Wirkstoffe
injiziert
wurden. Einige
US-Spezialisten
für
Krebserkrankungen
der Kleintiere
sprechen daher
gar nicht vom
Impfsarkom,
sondern vom
injection-site
sarcoma, also
Injektionsstellen-Sarkom.
In der
Forschungsliteratur
beschrieben sind
Sarkome nach
Injektion des
Flohmittels
Lufenuron
(Handelsname
Program) und
nach Injektion
von Antibiotika
gegen Gastritis.
Doch diese Fälle
sind selten,
fast immer
handelt es sich
um Impfspritzen.
Katzen
reagieren auf
Injektionen
empfindlicher
als andere
Kleintiere. Hat
eine Katze nach
Impfungen oder
sonstigen
Injektionen
bereits einmal
einen Knubbel
entwickelt,
sollte sie nur
dann Spritzen
bekommen, wenn
sich der
Wirkstoff nicht
anders
verabreichen
läßt. Längst
nicht jede Katze
entwickelt
Granulome nach
(Impf-)
Injektionen, und
längst nicht
jeder Knubbel
ist ein Sarkom.
Daher sollte man
sich nicht
gleich verrückt
machen, wenn
eine Katze so
eine
Gewebsverdickung
bekommt. Aber
man sollte, vor
allem wenn es
eine Impfstelle
ist, auch nicht
zu lange warten
und beizeiten
eine Gewebsprobe
entnehmen
lassen, am
besten gleich in
einer
Tierklinik. Drei
Monate
abzuwarten kann
sich als fatal
herausstellen,
in den USA rät
man zur
frühzeitigen
Biopsie.
Gibt es noch
andere
Impfschäden?
Allerdings.
Besonders
gravierend ist
der
anaphylaktische
Schock
unmittelbar nach
der Impfung. Er
ist tödlich,
wenn er nicht
sofort vom
Tierarzt
behandelt wird.
Bekannt sind
außerdem schwere
allergische
Reaktionen nach
Auffrischimpfungen.
Sie äußern sich
in (blutigem)
Durchfall und
Erbrechen und
können die Tiere
ebenfalls das
Leben kosten.
Weniger
schwere, aber
dafür sehr
hartnäckige
Allergien können
nach allen
Impfungen
entstehen, weil
sie beim
Jungtier in das
noch nicht
ausgereifte
Immunsystem
eingreifen: Sie
stören die
Feinabstimmung
der Abwehr.
Impfungen
können auch
Autoimmunerkrankungen
verursachen, bei
Katzen ist dies
jedoch noch
wenig erforscht.
Eine neue
US-Studie
liefert starke
Indizien dafür,
daß Impfungen
chronische
Niereninsuffizienz
auslösen können.
Viele Impfstoffe
werden,
vereinfacht
gesagt, mit
Katzennierenzellkulturen
hergestellt.
Wird die Vakzine
injiziert,
gelangt Protein
von diesen
Nierenzellen in
den Impfling,
der dagegen
Antikörper
bildet – aber
nicht nur gegen
dieses fremde
Nierenprotein,
sondern auch
gegen die
eigenen Nieren,
also sogenannte
Autoantikörper.
Und das kann zur
fortschreitenden
und schließlich
tödlichen
Zerstörung der
Nieren führen. -
Weitere Studien
dazu sind im
Gange.
Daß immer mehr
Katzen an
Epilepsie und
Diabetes
erkranken,
sollte in diesem
Zusammenhang
ebenfalls zu
denken geben.
Beim Hund steht
fest, daß die in
mindestens 50
Prozent der
Fälle tödliche
autoimmunhämolytische
Anämie, eine
Blutkrankheit,
durch Impfungen
verursacht
werden kann.
Wie wird denn
jetzt in den USA
geimpft?
Das neue
Katzen-Impfschema
der
US-Tierarztverbände
sieht so aus:
-
Grundimmunisierung
im Welpenalter
(nach der achten
Lebenswoche zwei
Impfungen im
Abstand von vier
Wochen),
- eine
Wiederholungsimpfung
mit einem Jahr
- und dann nur
noch alle drei
Jahre.
Gegen welche
Erreger geimpft
wird, richtet
sich nach der
Haltung (Wohnung
oder Freigang).
Woher wissen
die
US-Tierärzte,
daß das genügt?
Wie oben schon
gesagt: Das
Immunsystem der
Kleinsäuger ist
dem des Menschen
absolut
ebenbürtig. Wenn
Impfungen beim
Menschen viele
Jahre halten,
dann ist das bei
Katz und Hund
und Kaninchen
nicht anders.
Außerdem haben
Wissenschaftler
in den 90er
Jahren
Langzeitstudien
an Katzen
gemacht mit
einem ganz
gewöhnlichen
Dreifach-Totimpfstoff
gegen Schnupfen
und Seuche.
Die Tiere
erhielten als
Welpen mit acht
und mit zwölf
Wochen eine
Grundimmunisierung
und wurden
danach nie
wieder geimpft.
Sie wiesen noch
siebeneinhalb
Jahre später,
als sie mit
Erregern
infiziert
wurden, einen
guten
Immunschutz auf.
Der Schutz gegen
Katzenseuche
erwies sich als
hundertprozentig,
der Schutz gegen
Herpes- und
Calicivirus
betrug 52, resp.
63 Prozent. Die
Schnupfen-Impfung
verhinderte
nicht
vollständig die
Erkrankung, doch
dies ist bei
frisch
vakzinierten
oder
revakzinierten
Katzen nicht
anders. Diese
Impfung kann die
Ansteckung oft
nicht
verhindern, sie
mildert aber den
Krankheitsverlauf.
In der
ungeimpften
Kontrollgruppe
dieser Studie
erkrankten
einige Tiere
sehr schwer.
Eine neue
Studie vom
Januar 2001
unterstützt
diese
Ergebnisse.
Wissenschaftler
bestimmten bei
einer großen
Zahl von
Laborkatzen und
von Katzen aus
normaler
Privathaltung
Seuche- und
Schnupfen-Impftiter.
Bei einigen
Gruppen von
Laborkatzen
wurde darüber
hinaus durch
Testinfektionen
geprüft, wie
verläßlich
bestimmte
Titerhöhen sind.
Ergebnis dieser
Untersuchungen:
Die Tiere sind
gegen diese
Krankheiten
geschützt, wenn
sie geimpft sind
– unabhängig von
der Art des
Impfstoffs und,
vor allem,
unabhängig
davon, wie lange
die letzte
Impfung
zurückliegt.
Diese
Ergebnisse sind
nun sogar durch
einen
Impfstoffhersteller
bestätigt
worden. Pfizer
Animal Health
USA hat im Janur
2004 eine Studie
über die Dauer
des
Immunschutzes
(bestimmt durch
Antikörpermessung)
für den
Pfizer-Impfstoff
gegen
Katzenseuche und
Katzenschnupfen
veröffentlicht.
Ergebnisse: Die
Katzen hatten
vier Jahre und
länger noch
Impfantikörper.
Der
Tierimpfstoffhersteller
Pfizer
Deutschland
scheint es nicht
eilig zu haben,
diese
Erkenntnisse
seiner
amerikanischen
Muttergesellschaft
in Deutschland
publik zu
machen.
Welche
Impfungen
sollten
Wohnungskatzen
haben?
Wohnungskatzen
haben ein
ziemlich
geringes Risiko,
sich eine
Infektionskrankheit
einzufangen. Es
ist zwar
richtig, daß der
Mensch die
Seuche
einschleppen
kann, weil sich
das feline
Parvovirus sehr
lange in der
Umgebung hält.
Doch die
Seucheimpfung
ist die beste,
die wirksamste
Katzenimpfung
überhaupt: Ein
Tier, das als
Welpe ordentlich
grundimmunisiert
wurde, ist
dadurch sehr
lange geschützt,
wahrscheinlich
lebenslang.
Außerdem: Die
meisten Erreger
sind für
Jungtiere
gefährlich oder
sogar tödlich,
ausgewachsene
Tiere in gutem
Allgemeinzustand
werden damit
viel besser
fertig.
Die
Schnupfenimpfung
hingegen ist
längst nicht so
gut. Viele
durchgeimpfte
Tiere sind
Virusträger, sie
sind also mit
Herpes, vor
allem aber mit
Calici infiziert
und scheiden das
Virus aus. Wenn
man die hohe
Zahl
durchgeimpfter
Katzen sieht,
die trotz ihrer
vielen Shots
chronisch
schnupfenkrank
wurden, kann man
über diese
Impfung sehr ins
Grübeln kommen.
Das Calicivirus
ist seit
Einführung der
Impfung sogar
deutlich
häufiger
geworden als
davor. Es ist in
der Wissenschaft
schon lange
bekannt, daß die
vorhandenen
Calici-Impfstoffe
gegen die
grassierenden
Feldvirusstämme
immer weniger
ausrichten.
Darüber hinaus
können
Caliciviren aus
Lebendimpfstoffen
wieder virulent,
dh gefährlich
werden, von Tier
zu Tier
übertragen
werden und
Epidemien in
(wohlgemerkt:
durchgeimpften)
Katzenzuchten
oder Tierheimen
auslösen.
Die
Welpenimpfung
schadet im
allgemeinen
nicht, man
sollte aber
überlegen, ob
man
ausgewachsene
Tiere weiterhin
dagegen impfen
läßt. Wichtig
ist, ganz junge
Kätzchen nach
Möglichkeit von
Artgenossen
fernzuhalten,
die an
Schnupfehn
erkrankt sind.
In manchen
Schnupfenvakzinen
ist auch ein
Impfstoff gegen
Chlamydien
enthalten, einen
bakteriellen
Erreger. In
Tierheimen und
Zuchten können
Chlamydien recht
hartnäckig
umgehen. Die
Impfung ist
jedoch nicht der
Königsweg, den
Erreger
loszuwerden, wie
sich immer
wieder zeigt.
Bestandsmanagement
bringt
nachhaltigeren
Erfolg. Außerdem
gilt dieser
Impfstoff als
besonders
nebenwirkungsträchtig.
Die
US-Tierarztverbände
empfehlen für
Wohnungskatzen:
im Welpenalter
Seuche- und
Schnupfen-Grundimmunisierung
(ohne Chlamydien),
dann mit einem
Jahr eine
Auffrischung,
danach nur noch
alle drei Jahre.
Aber auch dieses
Drei-Jahres-Intervall
ist mehr durch
die
wirtschaftlichen
Interessen der
Tierärzte
begründet als
durch
medizinische
Erfordernisse.
Denn diese
Impfungen
halten, wie man
ja inzwischen
weiß, länger als
drei Jahre.
Welche
Impfungen
sollten
Freigänger
haben?
Zusätzlich zur
Seuche-Schnupfen-Impfung
werden
Freigänger oft
gegen FeLV
geimpft. Der
Impfling muß
vorher getestet
werden, ob er
FeLV-negativ
ist, nur dann
darf er geimpft
werden. Auch
dieser Schutz
braucht nicht
lebenslang
erneuert zu
werden. Es
spricht vieles
dafür, daß man
die Impfung beim
ausgewachsenen
Tier weglassen
kann – erstens,
weil der
Immunschutz
ebenfalls viel
länger hält als
ein Jahr,
zweitens, weil
adulte Katzen
eine gute
körpereigene
Abwehr gegen den
Erreger haben.
FeLV-Impfstoffe
sind
überdurchschnittlich
häufig an der
Sarkomentstehung
beteiligt, daher
ist vorsichtiger
Umgang mit
dieser Impfung
anzuraten. In
Gegenden, wo es
keine
unkastrierten
und ungeimpften
Streuner gibt,
ist das
Ansteckungsrisiko
sehr gering,
denn sie sind
die
Hauptüberträger.
Neuzugänge von
unklarem
Gesundheits- und
Impfstatus
sollten erst in
Quarantäne
kommen und
getestet werden
auf FeLV sowie
auf „Katzenaids“,
die
FIV-Infektion,
gegen die es in
Europa noch
keinen Impfstoff
gibt. (In den
USA ist im
Frühjahr 2002
eine erste
FIV-Vakzine
zugelassen
worden. Ihre
Wirksamkeit wird
aber von
US-Veterinärmedizinern
aus triftigen
Gründen stark
bezweifelt, und
viele lehnen das
Produkt
entschieden ab.)
Was ist von der
FIP-Impfung zu
halten?
Die Impfung
gegen die
infektiöse
Peritonitis ist
auch hierzulande
unter Tierärzten
wegen
mangelhafter
Wirksamkeit
umstritten. Vor
allem Züchter
wenden sie an.
Die meisten
Katzen sind
schon mit Corona
infiziert – ohne
davon krank zu
sein –, so daß
die Impfung bei
ihnen sowieso
sinnlos wäre.
Corona-Infektion
heißt überhaupt
nicht, daß eine
Katze FIP
bekommen muß –
das geschieht
zum Glück nur
selten und
trifft meistens
Jungtiere in
Streßsituationen.
FIP ist nicht
von Katze zu
Katze
übertragbar. In
einer deutschen
Studie mit
jungen und
ausgewachsenen
Katzen unter
Tierheimbedingungen
zeigte sich, daß
der Impfstoff
die zuvor
corona-negativen
Kätzchen nicht
vor FIP
schützte, im
Gegenteil, von
den 20 geimpften
erkrankten 12,
das waren mehr
als bei den
ungeimpften (10
von 20).
Wie soll man es
mit der
Tollwutimpfung
halten?
Die
Tollwutimpfung
an Haustieren
dient in erster
Linie dazu, den
Menschen vor
dieser tödlichen
Krankheit zu
schützen.
Menschen sind
vor allem durch
die urbane
Tollwut, dh die
Tollwut der
Hunde gefährdet.
Die ist aber bei
uns seit
Jahrzehnten
ausgerottet, wir
haben nur noch
die silvatische
Tollwut =
Fuchstollwut und
seltene Fälle
von
Fledermaus-Tollwut.
Die Fuchstollwut
steht vor ihrer
Ausrottung,
große Teile
Deutschlands
sind frei davon.
In tollwutfreien
Gebieten kann
man auch bei
Freigängern auf
die jährliche
Impfung
verzichten, die
ebenfalls ein
erhöhtes
Sarkomrisiko
birgt.
Leider gibt es,
anders als in
den USA,
hierzulande
keine offiziell
als solche
ausgewiesenen
Drei-Jahres-Tollwutvakzinen.
Doch die hier
erhältlichen
Produkte bieten
ebenfalls weit
länger als ein
Jahr Schutz.
Titeruntersuchungen
an geimpften
Tieren zeigen
das auch immer
wieder. (Und
Herstellerdaten,
zum Beispiel zum
Impfstoff
Rabdomun – die
damit geimpften
Katzen waren
noch 48 Monate
später zu 100
Prozent
geschützt, wie
die
Testinfektion
erwies.)
Bei
grenzüberschreitenden
Reisen mit der
Katze wird meist
ein Impfnachweis
verlangt.
Unsinnig
erscheint, daß
Ausstellungstiere
laut
Tollwutverordnung
jährlich geimpft
werden müssen.
Zuchtkatzen
leben in der
Regel im Haus,
allenfalls noch
im Garten, und
haben daher ein
sehr geringes
Ansteckungsrisiko.
Zu überlegen
wäre, ob man
statt jährlicher
Revakzinierung
den Schutz
lieber durch
eine
Blutuntersuchung
nachweisen läßt.
Bei der
Tollwutimpfung
gibt der
Antikörpertiter
zuverlässig
Aufschluß
darüber, ob noch
Immunität
besteht oder
nicht.
Muß man jetzt
nicht mehr
jährlich zum
Tierarzt?
Auf jährliche
Impfungen zu
verzichten darf
nicht heißen,
daß die Katze
nicht mehr
regelmäßig zum
Tierarzt kommt.
Vor allem ältere
Tiere sollten
regelmäßig
gründlich
untersucht
werden. Es
sollte uns nicht
ums Sparen
gehen, sondern
um sinnvolle
Gesundheitsvorsorge.
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Zum Schluß noch
zwei Zitate von
Professor Ronald
D. Schultz,
Veterinärimmunologe
an der
Universität von
Wisconsin in
Madison:
„Die
Empfehlung,
(Haustiere)
jährlich zu
impfen, wird
immer weniger
akzeptabel
angesichts der
steigenden Zahl
der
Nebenwirkungen,
vor allem
solcher, die
eine schwere
Erkrankung
verursachen oder
gar den Tod, und
angesichts der
wachsenden Zahl
der verfügbaren
Impfstoffe.“
„Meine eigenen
Haustiere werden
als Welpen ein-
oder zweimal
geimpft und dann
nie wieder, mit
Ausnahme der
Tollwut-Impfung,
die alle drei
Jahre gegeben
wird, seit ein
Drei-Jahres-Produkt
erhältlich ist.
Ich verfahre
nach diesem
Programm
seit 1974, und
es ist weder bei
meinen
Haustieren noch
bei den
Haustieren
meiner Kinder
und Enkel jemals
eine
Infektionskrankheit
aufgetreten.“
Eine
ausführliche,
allerdings etwas
ältere Version
dieses Textes
(mit
Quellen-Angaben)
finden Sie hier:
www.barfers.de/cats/peichlHF.htm
Wer Englisch
kann, sollte
sich diese
interessante
US-Tierarzt-Website
ansehen:
www.critterfixer.com
(mit Foto einer
Impfsarkom-Katze)
Reichhaltigste
Information über
das Impfsarkom
und Impfungen
finden Sie auf
der Website von
Coleen und Jeff
Kremer, die sich
seit dem
Sarkom-Tod ihrer
Katze Sylvia
bemühen, andere
Tierhalter
aufzuklären (in
Englisch):
www.catshots.com
Weitere
englischsprachige
Websites zum
Thema:
www.cvmbs.colostate.edu
(Impfplan der
Veterinärklinik
an der Colorado
State
University, mit
Angabe der
verwendeten
Impfprodukte und
mit
Literaturliste)
www.maxshouse.com/vaccines.htm
(Impfplan der
Cornell
University)
www.avma.org/vafstf
(Informationen
zum Impfsarkom)
www.api4animals.org/default.asp?ID=558
(1998er
Impf-Report der
US-Tierarztverbände
AAFP und AFM mit
den neuen
Richtlinien
sowie
ausführlicher
Darstellung der
Infektionskrankheiten
und Begründung
der verlängerten
Impfintervalle)
www.geocities.com/~kremersark/aafp.html
(AAFP/AFM-Report
2000, im
wesentlichen
Ergänzungen zum
ersten Report,
zum Beispiel zur
Frage der
Tierarzthaftung)
Copyright 2002,
2003, 2004:
Monika Peichl
Mopeichl@aol.com
Alle Rechte
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